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14. 06. 2006 Regeneration der durch Freizeitaktivitäten übernutzen Waldgebiete

In stadtnahen Waldgebieten mit langjähriger, intensiver Erholungsnutzung ist die natürliche Regeneration des Waldes nicht mehr möglich. Keimlinge und Jungpflanzen sterben schnell ab, die Bodenvegetation ist stark reduziert, Büsche und Bäume sind stark geschädigt und in ihrem Wachstum gehindert, die Streuschicht fehlt und der Boden ist verdichtet.

Zur Regeneration solch übernutzter Waldgebiete wurden folgende Massnahmen vorgeschlagen: (1) Das Einzäunen von Teilgebieten nach dem Rotationsprinzip (jeweils ein Viertel bis ein Drittel der intensiv genutzten Fläche während 4 bis 8 Jahren) und (2) eine Bodenauflockerung auf Flächen mit sehr hoher Verdichtung des Waldbodens.

Im Februar 2002 wurde im Dorenbachgebiet, eines der häufigsten besuchten Waldgebiete der Schweiz, nach einer Durchforstung, eine stark genutzte Fläche eingezäunt. Zu jenem Zeitpunkt war der Boden stark verdichtet, auf einem grossen Teil der Fläche fehlte die Streu - und Krautschicht, und der Jungwuchs war auf wenige Pflanzen reduziert. Erste Erfolge dieser Massnahmen waren bereits nach einem Jahr sichtbar. Keimlinge von 11 verschiedenen Baumarten konnten in der Fläche gezählt werden und 42 Pflanzenarten kamen vor, wovon jedoch 18 Arten (43 %) keine typischen Waldarten waren. Nach 4 Jahren, im Jahre 2006, hat sich die Waldvegetation erholt. Insgesamt kommen 69 Pflanzenarten in der umzäunten Fläche vor, von denen nur noch 6 Pflanzenarten (8.5 %) keine typischen Waldarten sind, wie zum Beispiel der Löwenzahn oder das Einjährige Spitzgras. Rund 70% des Waldbodens ist mit einer Bodenvegetation bedeckt und eine vielfältige Strauchschicht mit insgesamt 13 Baumarten ist in der umzäunten Fläche vorhanden. Diese Zunahme der Artenvielfalt ist hauptsächlich auf die stark erhöhte Überlebenswahrscheinlichkeit der Jungpflanzen von Baum -, Strauch - und Krautarten zurückzuführen.

Adresse für Rückfragen:

Dr. Hans-Peter Rusterholz
Institut Natur-, Landschafts- und Umweltschutz (NLU), Universität Basel,
Tel. 061 /267 08 30
E-Mail: hans-peter.rusterholz@unibas.ch

Ernst Alabor
Waldchef Bürgergemeinden Binnngen
Tel. 061 425 93 93
Fax 061 425 93 95
E-Mail: alaborgartenbau@bluewin.ch

Markus Lack
Revierförster Forstrevier Allschwil/vorderes Leimental
Tel. 076 544 08 78
E-Mail: lack.m@bluewin.ch

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