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02. 11. 2006 Maßnahmen Allschwiler Wald Winter 2006/07

Holzschlag im Allschwiler Wald

Im Rahmen des ordentlichen Nutzungsprogramms 2006/2007 werden in den kommenden Wochen im Allschwiler Wald verschiedene Holzschlagarbeiten durchgeführt. Im Auftrag der Bürgergemeinde Allschwil und im Zusammenhang mit dem „Schutz- und Nutzkonzept Allschwiler Wald“ stehen Verjüngungsschläge, Durchforstungen und die Aufwertung von Waldrändern an. Weitergeführt wird das Projekt Mittelwald in der „Struttallme“.

Holzschlag 2006/2007

Holzschläge im Allschwiler Wald werden nach den Vorgaben des Waldentwicklungsplanes (WEP), den Empfehlungen des Forstamtes beider Basel und mit der Genehmigung des Bürgerates der Bürgergemeinde Allschwil vorgenommen. Holzschlagarbeiten beziehen sich im kommenden Winter auf Lichtungsschläge an Waldrändern, auf Verjüngungsschläge und auf Durchforstungen. Verjüngungsschläge stehen in den Waldgebieten „Spitzwald“ und „Eberling“ an. Lichtungsschläge am Waldrand haben das Ziel, stufige Strukturen zu fördern an Waldrändern in verschiedenen Waldgebieten. Im Bereich des Hochwasserschutzes „Mühlebachtal“ werden ebenfalls einige Waldränder aufgelichtet und stufig gestaltet.

Mehr Licht im Mittelwald „Struttallme“

Der Allschwiler Wald wurde jahrhundertelang als Mittelwald mit dominierender Eiche und Hagebuche mit einem artenreichen Nebenbestand bewirtschaftet. Grund für diese Bewirtschaftungsform war ein grosser Bedarf an Brennholz und Bauholz. Diese forstliche Sondernutzung führte zu Waldbeständen mit spezieller oder besonders reichhaltiger Struktur. Die Bestandesstruktur ist ein massgeblicher Faktor für die Artenvielfalt. Der Mittelwald bestand aus zwei Baumschichten mit verschiedenen Umtriebszeiten und Verjüngungsarten. In der Unterschicht wurde mittels Stockausschlägen Brennholz mit kurzen Umtriebszeiten produziert. Kernwüchse mit grossen Baumkronen bildeten die Oberschicht. Diese Bäume wurden mit einer Umtriebszeit ab ca. 100 Jahren geerntet und lieferten wertvolles Bauholz. Auf einer Hektare standen etwa 15 Kernwüchse in der Oberschicht. Viele Wirtschaftswälder sind als Folge der zunehmenden Bestandesdichte zu dunkel, es gibt immer weniger Lücken im Kronendach. Zahlreiche lichtbedürftige Arten der früheren Mittelwälder sind deshalb seltener geworden oder ganz verschwunden. Dazu gehören diverse Vogelarten (Haselhuhn, Waldschnepfe, Nachtschwalbe, Mittelspecht, usw.), Reptilien (Zauneidechse, Schlingnatter, usw.), Insekten (Hirschkäfer, grosser Eisvogel, Schillerfalter, usw.), diverse Wildarten (Feldhasen, Rotwild, usw.). Das Ziel dieses Projekts besteht darin, die lichtbedürftige Flora und Fauna zu fördern und diese im Allschwiler Wald früher häufig vorkommende Betriebsform auf grosser Fläche im Sinne von Anschauungsobjekten zu zeigen. Gleichzeitig wird die Erholungsnutzung auf dieser Fläche durch diese Massnahmen erheblich beruhigt. In den nächsten Wochen wird die nächste Etappe zur Umwandlung vorgenommen. Die Hermann und Elisabeth Walder Bachmann Stiftung unterstützt das Projekt Mittelwald in der \"Struttallme\" in Allschwil.

Vorsicht Holzschlag!

Waldbesucherinnen und Waldbesucher werden gebeten die Gefahrensignale „Holzschlag“ zu beachten. Abgesperrte Waldgebiete dürfen aus Sicherheitsgründen, während den Holzschlagarbeiten zwischen November 2006 bis März 2007, keinesfalls betreten werden. Den Anweisungen des Forstpersonals ist unbedingt Folge zu leisten!

Der Revierförster
Markus Lack

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