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10. 10. 2008 Dynamische Waldentwicklung

Im Winterhalbjahr 2008/2009 werden im Oberwiler Wald wiederum Holzschlagarbeiten durchgeführt. Im Rahmen des Holzschlages der Bürgergemeinde Oberwil werden rund 800 m3 Holz geschlagen. Diese Menge entspricht dem jährlichen Zuwachs im Oberwiler Bürgerwald. Neben Durchforstungen und Verjüngungsschlägen liegen Schwerpunkte insbesondere in der Waldrandpflege.

Entwicklung unserer Wälder

Unsere Wälder nördlich der Alpen sind nach der Eiszeit, also vor ca. 15'000 Jahren entstanden. Die heutige Baumartenzusammensetzung ist mit der Einwanderung der Buche erst 5000 Jahre alt. Alle Wälder Mitteleuropas standen und stehen seit Jahrtausenden unter dem Einfluss der Menschen. Selbst den Jägern und Sammlern scheint es vor 9000 Jahren gelungen zu sein, die Baumartenzusammensetzung zu beeinflussen (Haselzeit). Die Tendenz der Menschen, Baumarten zu fördern, die ihnen am dienlichsten waren, setzt sich bis heute fort. Die Wälder im Leimental sind als naturnahe Wälder zu bezeichnen. Laubmischwälder mit einem hohen Anteil an Eichen sorgen für eine hohe Artenvielfalt, welche viel höher ist als in Buchenwäldern.

Abgestufte Waldränder

Natürliche Waldränder wachsen in das freie Feld hinaus und sind somit abgestuft. Zuvorderst liegt die Krautschicht, dann folgt die Strauchschicht und dahinter entwickelt sich die Baumschicht. Unsere Waldränder können sich nicht so frei entwickeln, da Strassen, Gärten oder Äcker dem Wald den Weg versperren. Dies führt zu einem Stau, die Baumschicht reibt von hinten die Kraut- und Strauchschicht auf. Will man einen stufigen Waldrand an Ort halten, so muss logischerweise die dahinter drängende Baumschicht in regelmässigen Abständen zurückgeschnitten werden. Diese naturschützerische Massnahmen sind aufwendig. Das Waldrandkonzept der Gemeinde Oberwil fördert stufige Waldrandstrukturen, die Bürgergemeinde Oberwil setzt diese Massnahmen in Verbindung mit dem Forstrevier Allschwil/vorderes Leimental um.

Holzschlag 2008/2009

Die Bürgergemeinde Oberwil, als größte Waldeigentümerin in Oberwil, pflegt und bewirtschaftet den öffentlichen Wald in Oberwil nach anerkannten Grundsätzen und im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben. Es gibt verschiedene Gründe, weshalb Holzschläge entstehen, nicht nur wirtschaftliche. Will man Eichen fördern wie im Oberwiler Wald, erfordern es die Lichtansprüche der jungen Eichen, grössere Flächen zu verjüngen. Bei kleinen Flächen dominieren sofort die Buchen, Eschen und Ahorne. Auch die alten Eichenwälder sind aus grossen Verjüngungsschlägen entstanden. Werden alte einförmige Buchenwälder unstabil, so ist ein Holzschlag unausweichlich. In der Regel wird unter dem bestehenden Schirm die Verjüngung herangezogen. Solche grosse Verjüngungsflächen sind für das Auge meist nicht schön. Zudem erfolgen sie oft im Winterhalbjahr, wenn die Bäume kein Laub tragen, wodurch das gewohnte Waldbild noch stärker verändert wirkt. Für die Natur hingegen sind solche grossen Holzschläge oft auch eine Bereicherung. In diesen offenen Flächen vermögen sich lichtbedürftige Tier- und Pflanzenarten (wieder) zu entwickeln, z.B. auch eine spezielle Vogelwelt.
Verjüngungsholzschläge sind in der „hohen Eiche“ und im „Meierhegli“ vorgesehen. Die Auflockerung des Baumbestandes mittels Durchforstungen wird in den Waldgebieten „Meierhag“, Lohgraben und Allme durchgeführt.

Brennholz zum Kauf

Die verschiedenen Holzsortimente werden über die bekannten Absatzkanäle vermarktet. Hochwertiges Stammholz wird im Rahmen des Wertholzverkaufs im Forstrevier Allschwil/vorderes Leimental Ende Januar 2009 angeboten. Das anfallende Brennholz wird in diesem Winterhalbjahr in Bündeln sterweise aufgerüstet und kann zu marktüblichen Bedingungen bei der Bürgergemeinde Oberwil bezogen werden. Für den Verkauf von aufgerüstetem Brennholz per Ster ab Wald steht Herr Alois Seiler, Waldchef Bürgergemeinde Oberwil (061/401 49 01), gerne zur Verfügung.

Waldbesucherinnen und Waldbesucher werden gebeten die Gefahrensignale „Holzschlag“ zu beachten. Abgesperrte Waldgebiete dürfen aus Sicherheitsgründen, während den Holzschlagarbeiten zwischen Oktober 2008 bis März 2009, keinesfalls betreten werden. Den Anweisungen des Forstpersonals ist unbedingt Folge zu leisten!

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