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09. 12. 2011 Jahresbericht über forstliche Massnahmen der Bürgergemeinde Allschwil zugunsten der Gemeinde Allschwil vom 1.10.2010 bis 30.9.2011

Ausgeführte Arbeiten

Nachdem 2010 das Drüsige Springkraut erstmals gezielt entfernt wurde, reduzierte sich der Bestand im Jahr 2011 merklich. Im Vergleich zum letzten Jahr waren grossflächige Bestände im Allschwiler Wald eher selten, während jedoch an vielen Stellen kleinere Vorkommen zu verzeichnen waren. Die Bemühungen von 2010 haben sich aufgrund der beschriebenen Situation absolut gelohnt.

Massnahmen 2011

Aufgrund der Blütezeit des Drüsigen Springkrauts (ab Juli), kamen Schulklassen nur teilweise zum Einsatz. Ende Juni hat uns der Natur- und Vogelschutzverein Allschwil wiederum tatkräftig unterstützt. Die restlichen Arbeiten wurden durch unser Forstteam erledigt.

Obwohl der Bestand 2011 sich gegenüber 2010 deutlich verringerte, war der Aufwand doch beträchtlich. Der Grund dafür liegt in der Verbreitung vieler kleinerer Bestände auf einem grossen Teil des Allschwiler Waldes. Gemäss Forschungsergebnissen des Instituts Natur-, Landschaft und Umweltschutz der Universität Basel, dauert die Ausmerzung dieser Pflanze - bei strikter mechanischer Entfernung - mindestens fünf Jahre. Für 2012 gehen wir davon aus, dass der Aufwand etwa gleich hoch sein wird wie 2011. Die Arbeiten werden unterstützt und begleitet durch das Amt für Raumplanung BL, Abteilung Natur und Landschaft, sowie das Amt für Wald beider Basel.

a) Holzhauerei

Frischmannshag A 13 Schaffung stufiger Waldränder
Frischmannshag A 24 Durchforstung, Entfernung Zwangsnutzungen
Neumatthag A 39/43 Durchforstung, Entfernung Zwangsnutzungen
Mooshag A 46 Zwangsnutzung Eschenwelke
Eberling B 18 Verjüngungsschlag Laubholz
Kleinhag B 39 Schaffung stufiger Waldränder, Auflichtung Naturschutzgebiet Mühlebachtal
Charthus
B 56
Durchforstung
Mühlerain B 71/72/78 Auflockerung zur Sicherheit Erholungsnutzung
Struttallme C 17 Schaffung stufiger Waldränder
Hintere Allme C 26
Verjüngungsschlag Eichen
Hintere Allme C 27/31 Schaffung stufiger Waldränder
Unterlangholz C 38
Schaffung stufiger Waldränder, ZN entlang Weg
Unterlangholz C 58/59
Durchforstung

Durchforstung

Durchforstungsarbeiten werden primär zur Verbesserung der Lichtverhältnisse für die Kraut- und Strauchschicht des Waldes durchgeführt. Wärme liebende Pflanzen- und Tierarten profitieren besonders von diesen Massnahmen. Gleich­zeitig dienen sie auch dazu, die Lenkung der Freizeitaktivitäten im Wald zu verbessern.

Räumungen

Für die Verjüngung des Waldes sind Räumungen dringend erforderlich. Diese Massnahmen bilden die Voraussetzung, dass sich unser einheimisches Laubholz und insbesondere auch die Eichen natürlich verjüngen können. Die nachhaltig nö­tige Verjüngungsfläche beträgt für unseren Wald ca. 1.5 Ha/Jahr.

Waldrandaufwertungen

Gemäss „Schutz- und Nutzkonzept Allschwiler Wald“: "Schaffung und Pflege von stufigen Waldrändern mit großer Artenvielfalt, Schutz der Straucharten vor schädlicher Konkurrenz." Im Berichtsjahr wurden wiederum an über 4500 Lm Waldrand Pflegeeingriffe vorgenommen.

Prächtige Jungeichen dank Förderpreis

Mit Unterstützung der Stiftung Audemars Piguet verlieh der Verein proQuercus den erstmaligen Förderpreis „Eiche 2200“ im Jahr 2007 an die Bürgergemeinde Allschwil. Dieser Preis ist der Schaffung einer Hektare eichenreichen Waldes gewidmet. Mit dem Förderpreis wurden die Waldeigentümerin und die Bewirtschafter geehrt, die sich mit besonderem Einsatz und Erfolg für die Erhaltung der einheimischen Eiche einsetzen. In

der „Hinteren Allme“ im Allschwiler Wald hat der Forstbetrieb der Bürgergemeinde All-

schwil vor vier Jahren die Förderfläche geschaffen und eine natürliche Eichenverjüngung eingeleitet. Aufgrund des grossen Lichtbedarfs von Jungeichen wurden viele alte Bäume entfernt. Einzelne Eichen blieben stehen. In der Folge hat sich eine artenreiche, natürliche Waldverjüngung entwickelt. An einzelnen Stellen, an denen keine Jung-eichen keimten, wurden Elsbeeren gepflanzt. Im Rahmen von jährlichen Pflegeeingriffen werden Eichen und andere einheimische Baumarten gezielt gefördert. Jungwaldkulturen mit Eichen leisten einen wichtigen Teil für die nachhaltige Entwicklung der Eiche und sichern so deren künftigen Bestand.

Die vorbildliche Bewirtschaftung der Eichenwälder in Allschwil trägt einerseits zur Erhaltung eines wichtigen Natur- und Kulturerbes bei und erlaubt andererseits die Produktion und Vermarktung von Eichenqualitätsholz. Mit Recht sind die Bürger von Allschwil stolz auf ihre Eichenwälder, welche auch als Naherholungsgebiet für die ganze Agglomeration Basels von besonderem Wert sind.

b) Schlagräumung

Eberling
B 18 Vorbereitung von Verjüngungsflächen
Hintere Allme C 26 Vorbereitung von Verjüngungsflächen

c) Anpflanzungen, Saaten, Naturverjüngungen

Eberling B 18 natürliche Verjüngungsflächen
Hintere Allme
C 26
Naturverjüngung Eiche

d) Wildschadenverhütung

Eberling B 18 Einzelschutz
Hintere Allme C 26 Zaun

e) Jungwaldpflege

Im Rahmen der Jungwaldpflege werden in den jüngeren Bestandesgeneratio­nen Voraussetzungen geschaffen, damit das künftige Bestandesziel erreicht wird. Pflegearbeiten beziehen sich auf Altersklassen bis ca. 30 Jahre. Im Allschwiler Wald werden jährlich ca. 15 Hektaren Jungwald gepflegt.

f) Wegrandpflege/Waldwegunterhalt

Das Forstteam ist für das Zurückschneiden der einwachsenden Vegetation ne­ben Waldwegen zuständig. Diese Arbeiten werden jährlich auf dem ganzen Wegnetz nach Dringlichkeit durchgeführt. Ausserdem wurden im Berichtsjahr aus Sicherheitsgründen entlang von öffentlichen Anlagen der Gemeinde Allschwil (Feuerstellen, Waldwege, Spielplätze, usw.) instabile Bäume mit ho­hem Totholz-Anteil entfernt. Bedingt durch den zunehmenden Anteil an Totholz, ist in diesem Bereich der Aufwand deutlich gestiegen!

g) Arbeiten für Einwohnergemeinde Allschwil

Vorwiegend in Zusammenarbeit mit den Hauptabteilungen Sicherheit und Bauwesen/Umwelt:

  • Beratung, Planung und praktische Durchführung von forstlichen und naturschützerischen Arbeiten (Schlagräumungen, Aufforstungen, Pflege und Unterhalt) im Ziegeleiareal
  • Beratung, Planung und praktische Durchführung von forstlichen und naturschützerischen Arbeiten am Bachgraben ® Jahresbericht November 2010
  • Zusammenarbeit und Beratung in hoheitlichen Fragen (Kant. Waldgesetz), wie Signalisationen, Radfahren, Reiten, Hundelaufwege, Feuerentfachung, Motorfahrzeugverkehr, Veranstaltungen, usw. (Beratungen durch Revierförs­ter, Baumbeurteilungen, diverse Anfragen im Zusammenhang mit Wald und Recht, usw.)
  • Weihnachtsbäume und Äste für Gemeinde, Schulen, Kindergärten, sonstige soziale Institutionen, usw.
  • Diverses (Rundholz und sonstige Waldprodukte für Werkhof bereitstellen, Organisation Naturschutztage, Pflege von Waldrändern, Hecken, Ufergehölz, usw.)
  • Unterstützung Werkhof bei der Abfallbeseitigung im Wald
  • Zusammenarbeit mit örtlichen Polizeiorganen und der Jagdgesellschaft, insbesondere regelmässige Absprache und Zusammenarbeit mit der Orts- und Flurpolizei in forstpolizeilichen Angelegenheiten

h) Führungen, Vorträge, Öffentlichkeitsarbeit

Öffentlichkeitsarbeit durch Revierförster und Forstwarte:

  • Schulklassen aller Stufen
  • Vereine, Gesellschaften
  • Behörden
  • Berichterstattungen in Medien
  • Planung Infostand in Zusammenarbeit mit AL Umwelt, Themen ausarbeiten, Plakate vor Ort montieren und demontieren, Unterhalt

Unter www.forst-revier.ch erfährt man allerlei Wissenswertes rund um unseren Wald! Auf dieser Plattform aktualisiert das Forstrevier Allschwil/vorderes Leimen­tal seine Informationen über das Ökosystem Wald, den Forstbetrieb, die Arbei­ten des Forstpersonals, laufende Projekte, das Angebot der verschiedenen Produkte, Kennzahlen über unsere Wälder und vieles mehr.

i) Erholungskonzept Allschwiler Wald

Im Rahmen der Leistungsvereinbarung zwischen Gemeinde Allschwil und Bürgerge­meinde Allschwil, wurden insbesondere in Zusammenhang mit dem "Erholungs­konzept Allschwiler Wald" zahlreiche Arbeiten umgesetzt. Aufgrund der reduzierten Abgel­tung (siehe Leistungsvereinbarung) konnten nicht alle vorgesehenen Aufgaben erledigt werden. Abstriche wurden in den Bereichen Unterhalt Fusspfade, Lenkungsmassnahmen und Auflockerung der Bestände entlang der Erho­lungswege gemacht. Für die erfolgreiche Umsetzung des Erholungskonzepts Allschwiler Wald müssen alle vorgesehenen Massnahmen vollzogen werden. Wir gehen davon aus, dass mit der neu ausgehandelten Leistungsvereinbarung ab 2012 die erwähnten Punkte miteinbezogen werden.

j) Hoheitliche Aufgaben des Revierförsters für den Kanton BL

(Forstrevier Allschwil/vorderes Leimental)

  • Umsetzung der forstlichen Planung
  • Ausarbeiten von Nutzungs- und Pflegeplänen
  • Holzanzeichnen in öffentlichen und privaten Wäldern
  • Aufsicht und Koordination
  • Beratung Privatwaldbesitzer
  • Genehmigung von Schlaggesuchen in Privatwäldern
  • Berichterstattungen an das Forstamt beider Basel, gemäss Weisungen
  • Aufsicht und Koordination im gesamten Waldareal bezüglich Bauwesen, wie Rodungen, Waldfeststellungen, nachhaltige Nutzungen
  • Obligatorische Teilnahme an fachlichen Instruktionen und Rapporten des Forstamtes

k) Diverses

  • Ausbildung Forstwartlehrlinge
  • Pflege Weihnachtsbaumkulturen
  • Brennholzverarbeitung
  • Unterhalt Maschinen und Werkzeuge

 

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